Offenes Innovationsmanagement der nächsten Generation
Heutzutage befindet sich selbst der Innovationsprozess im Wandel. Wodurch wird das begünstigt? Zu großen Teilen durch offene Online-Communities für Innovation. Diese virtuellen Think Tanks sind grenzüberschreitend. Sie ermöglichen es zukunftsgerichteten Herstellern, Innovationen zu beschleunigen, indem sie Verbraucher weltweit an der Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Technologien beteiligen.
Seit 2009 zählt auch Bombardier Transportation zu den Vorreitern von offener Innovation, so wie BWM, Swarovski und Procter & Gamble. In diesem Jahr startete der Online-Innovationswettbewerb YouRail, bei dem die Teilnehmer dazu aufgefordert wurden, ihre Vision der zukünftigen Innenraumgestaltung von Zügen zum Ausdruck zu bringen.
„Als Vorreiter bei der Öffnung von Innovationsprozessen innerhalb der Schienenverkehrsbranche zeichnet sich Bombardier dadurch aus, dass es die internationale Community zu einem kreativen Dialog aufruft, um dringende Mobilitätsprobleme zu lösen, mit denen ihre Kunden und Gesellschaften weltweit konfrontiert sind“, bemerkt Johannes Gebauer, Team¬leiter für Innovations¬wettbewerbe bei der HYVE AG, einer Innovation¬sagentur mit Sitz in München.
„Der Erfolg von You Rail hat uns überrascht“, bestätigt Martin Ertl, Chief Innovation Officer bei Bombardier Transportation. „Der Wettbewerb bescherte uns nicht nur 4.300 Einsendungen und 2.500 registrierte Community-Mitglieder, sondern lieferte auch innovative und bedenkenswerte Anregungen für die Innenraum¬gestaltung von Schienenfahrzeugen der nächsten Generation.“
Martin fügt hinzu: „Nach YouRail stellten wir uns die Frage: Wie können wir unseren Schwung beibehalten, unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern und neue Maßstäbe im Bereich der offenen Innovation setzen?“
YouCity: Offene Innovation der nächsten Generation
Bombardier Transportation wandte sich an die begabten Nachwuchskräfte seines Global Graduate-Programms, einem Traineeprogramm für Jungakademiker, um ein zukunftsweisendes Konzept für offene Innovation zu entwerfen.. Diese talentierten Mitarbeiter haben eine Vielzahl an Vorschlägen angeboten, von denen zwei zu einem einzigartigen Wettbewerb für offene Innovation, genannt YouCity, verschmolzen sind.
„Durch das Bevölkerungswachstum nehmen auch die Herausforderungen im Mobilitätsbereich zu, mit denen sich Städte weltweit auseinandersetzen müssen“, erklärt Martin. „Es ist zwingend erforderlich, innovative und nachhaltige Antworten auf diese Herausforderungen zu finden. Daher werden wir uns bei unserer nächsten offenen Innovationsinitiative darauf konzentrieren, Wege zu finden, die den öffentlichen Verkehr noch fahrgast-, betreiber- und umweltfreundlicher machen.“
Umdenken im inner- und zwischenstädtischen Verkehr
Beim im März 2012 gestarteten YouCity waren die Teilnehmer dazu eingeladen, Konzepte zur Gestaltung des inner- und zwischenstädtischen Verkehrs der Zukunft zu entwickeln. Knapp 900 Studenten der Ingenieurwissenschaften, Städteplanung und Betriebswirtschaft sowie Fachleute aus 74 Ländern schlossen sich zusammen und reichten 215 Vorschläge ein.
„Angesichts der bei YouCity gegebenen Komplexität und Vielseitigkeit der Aufgaben hat die Anzahl der Einsendungen unsere Erwartungen weit überschritten“, sagt Martin. „Der Grad an Professionalität und Erfindungsreichtum sowie die Kommunikation zwischen den einzelnen Community-Mitgliedern waren phänomenal. Wir erlebten, wie wildfremde Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen der Erde gemeinsam arbeiteten und gegenseitig ihre Ideen weitersponnen.“
Martin fährt fort: „Auch das Spektrum der vorgeschlagenen Lösungen hat uns beeindruckt. Einige Kandidaten beschäftigten sich mit derzeitigen Mobilitätsproblemen, während andere vorausschauender waren. Sogar Vorschläge, die zunächst nach Science-Fiction klangen, beinhalteten doch Ansätze, die Stadtverkehrslösungen der nahen Zukunft verbessern könnten.“
Engagement und Ansehen stärken
Die YouCity-Teilnehmer kommunizierten stundenlang online auf der Wettbewerbs-Plattform oder über Facebook und schufen so ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Experten von Bombardier beteiligten sich auch aktiv an den Online-Diskussionen. Die aktuelle Begeisterung über Bombardier in Social Media-Kanälen spricht Bände über die Vorteile von offenen Innovations-Communities.
Johannes erklärt: „Durch die Öffnung von Innovationsprozessen erfahren Unternehmen mehr über die Verbraucherinteraktion, während sie sich ein äußerst wertvolles internationales Netzwerk aufbauen. Das lässt die Unternehmensmarke für die Öffentlichkeit offener und kundenfreundlicher erscheinen, wodurch ein spürbarer Wettbewerbsvorteil entsteht.“
Vom Wettbewerb zur Zusammenarbeit; von virtuellen Teams zum echten Innovationscamp
Der Höhepunkt von YouCity war das einzigartige Innovationscamp, das von Bombardier auf der InnoTrans 2012, der weltweit größten Schienenverkehrsmesse, organisiert wurde. Dies macht Bombardier zum einzigen Unternehmen der Welt, das eine Online-Community für offene Innovation mit Offline-Workshops kombinierte.
Beim Workshop in Berlin begegneten die Gewinner von YouCity und ausgewählte Teilnehmer aus Indonesien, Pakistan, Kanada, Argentinien, Mexiko und Deutschland den Experten von Bombardier und Industriedesignern von HYVE. Zusammen verfeinerten sie die ausgezeichneten Vorschläge und passten sie einem bestimmten Geschäftsszenario an: den Verkehrsanforderungen der Stadt Belo Horizonte in Brasilien.
Warum beteiligen sich die Verbraucher an offener Innovation?
Sowohl innere als auch äußere Faktoren veranlassen Menschen dazu, Innovations-Communities beizutreten. Neben dem sozialen Zusammenhalt und dem Spaßfaktor spielt die Freude an der Erkundung kreativer und wertvoller Ideen eine entscheidende Rolle.
„Community-Mitglieder empfinden ein Gefühl von Selbstbestimmung und Stolz, weil globale Markenführer an ihrer Meinung interessiert sind“, meint Johannes. „Sie fühlen sich bestätigt und ernst genommen. Und wenn man bei YouCity gewinnt, hat man sogar die Möglichkeit, nach Berlin zu reisen und in unmittelbaren Kontakt mit erstklassigen Schienenverkehrs- und Innovationsexperten zu kommen.“
Johannes fügt hinzu: „Noch vor einigen Jahren wären die Menschen allein davon begeistert gewesen, einer Innovations-Community beitreten zu können. Heutzutage sind sie anspruchsvoller und lesen sich die Geschäftsbedingungen genau durch, um sicherzustellen, dass sie fair und transparent behandelt werden, insbesondere wenn es um Fragen des geistigen Eigentums geht.“
Über den Tellerrand und um die Ecke denken
Der interactive YouCity-Wettbewerb markiert ein Umdenken bei Bombardier. Martin erläutert: „Wir kehren ab vom bloßen Reagieren auf Kundenanfragen und Ausschreibungen. Vielmehr möchten wir über die klassischen Denkweisen und Bahnprojekte hinausgehen, um über den Tellerrand und um die Ecke denken zu können und somit ganz neue Wege im Bereich des öffentlichen Verkehrs zu beschreiten.“
Er fährt fort: „So wie YouCity verfolgen wir dabei einen ganzheitlichen Ansatz, indem wir Aspekte aus den Bereichen Umweltschutz, Konstruktion Geschäft und Städteplanung in Konzepte für vernetzte Mobilität integrieren. Lösungen wie unsere drahtlose Stromübertragungs-Technologie PRIMOVE ermöglichen Mobilität in einer Vielzahl an Sektoren, nicht nur im Schienenverkehr. Durch innovatives Denken haben wir auch eine ehemalige Freizeitparkanwendung, die Monorail, in ein ernstzunehmendes Nahverkehrsmittel umfunktioniert, das den Bedürfnissen derzeitiger und zukünftiger Megastädte gerecht wird. Unsere INNOVIA Monorail 300 ist mit ihrer hohen Kapazität die treibende Kraft hinter einem neuen Segment des Stadtverkehrs.“
Wie sieht es mit YouCity aus? Werden die Wettbewerbsvorschläge in konkrete Innovationen im Bereich städtischer Mobilität umgewandelt?
Martin antwortet: „Zur Zeit untersuchen wir einige Konzepte auf ihr Entwicklungspotential. In der Zwischenzeit werden wir die Ergebnisse des Online-Wettbewerbs und des Innovationscamps nutzen, um Diskussionen über die Mobilität von Städten in traditionellen Ländern, Schwellenländern und BRIC-Ländern anzuregen. Wir werden auf die gleichen Probleme eingehen, die von den YouCity-Teilnehmern angesprochen wurden, und möchten so den Städten dabei helfen, neue Erkenntnisse und Perspektiven zu gewinnen, indem wir getreu unserem Slogan „Evolution of Mobility“ weiterhin die Mobilität in Stadtzentren weltweit fördern.“
| Nutzen von offenen Innovations-Communities für Unternehmen Die Einbindung von Verbrauchern in den Designprozess bietet folgende Vorteile für Unternehmen:
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| Einzelheiten zum YouCity-Wettbewerb YouCity-Kandidaten schnitten ihre Vorschläge stellvertretend für die städtische Mobilität in den verschiedenen Märkten der Welt auf eine von drei Städten zu:
Ihre Konzepte konzentrierten sich vorwiegend auf einen der drei folgenden Fachbereiche:
Mitglieder der Online-Community von YouCity stimmten für die Konzepte ab. Gleichzeitig ernannte eine Jury aus Experten von Bombardier in jedem Fachbereich ein Siegerteam. |
| Das „YouCity Innovation Camp“ bringt drei neue Vorschläge für städtische Mobilität Am Ende des YouCity-Innovationscamps von Bombardier während der Fachmesse InnoTrans am 20. September 2012 wurden drei neue Vorschläge für städtische Mobilität vorgestellt. Sie beinhalteten eine Idee für einen völlig neuen Fahrgastfluss in Zügen, ein Auto-Shuttle-Konzept für den Transport entlang von Autobahnstrecken und eine innovative Software für die elektronische Fahrplanauskunft mit Echtzeit-Anzeigen. Weitere Informationen |



